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Origenes: Die Homilien zum Buch Jeremia

Origenes: Die Homilien zum Buch Jeremia.

Eingeleitet und übersetzt von Alfons Fürst und Horacio E. Lona.
(Origenes Werke in deutscher Übersetzung OWD 11)

Berlin: De Gruyter 2018. VIII, 726 S.
ISBN 978-3-11-028605-2.
119.95 €

Weg mit der Hölle! Origenes legt den Propheten Jeremia aus

 

Kurz: In dem Band mit den Predigten des klagenden Propheten Jeremia erklärt Alfons Fürst hervorragend das Konzept des Origenes von der Willensfreiheit der Menschen, der Gott nicht die endlose Strafe in der Hölle entgegensetzt, also Glaube aus Angst.

Ausführlich:

Jeremia ist unter den Propheten  der Bibel derjenige, der die Eroberung Jerusalems, die Verschleppung ins Exil und die Zerstörung des Tempels so hautnah erlebt hat, wie nur noch Ezechiel. Wie über alle Bücher des (für ihn Alten) Testaments und die meisten des NT hat Origenes im letzten Jahrzehnt seines Lebens, jenseits der 60 Jahre, über Jeremia gepredigt. Erhalten sind die Predigten zu den ersten 20 Kapiteln und drei zum Schluss des 51 Kapitel umfassenden Prophetenbuches. Ob er auch über die 30 Kapitel dazwischen gepredigt hat, bleibt ungewiss.[1] Da Origenes 300 Jahre nach seinem Tod (254) auf einem Konzil 553 zum Ketzer erklärt wurde, wollte keine Bibliothek seine Bücher bewahren; nur die Übersetzungen durch Rufinus, Hieronymus u.a. sind in deren Werken aufbewahrt.[2] Durch einen glücklichen Zufall hat sich eine Handschrift erhalten, die den originalen griechischen Text überliefert. Nachdem vor kurzem (2012) eine Reihe von 29 Psalmen-Predigten entdeckt wurde, sind von den 462 Homilien 196 erhalten, fast alle in den lateinischen Übersetzungen, aber nur 50 im griechischen Original. 21 davon, also bald die Hälfte, sind die Homilien zu Jeremia. Sie hat als neunten Band in der Reihe, die dank des Fleißes und Könnens des Herausgebers Alfons Fürst[3] in höchster Qualität Jahr für Jahr wächst, nun auf der Grundlage einer Rohüberset­zung von Horacio Lona eben Alfons Fürst erarbeitet: Der Text ist gegenüber der kritischen Ausgabe verbessert,[4] er hat wieder eine Übersetzung besorgt, die beides zusammenbringt: Treue zum Originaltext, aber auch ein gutes Deutsch (106-653). Wie schon bei den vorausge­henden Bänden ist AF das wieder hervorragend gelungen, den Wert auf die Zielsprache zu legen. Die Einleitung ist in ihrer Präzision dank der langen Vertrautheit mit dem Gesamt­werk des Origenes eine herausragende Einführung. Die Register der Bibelstellen, der Ver­weise auf die Werke des Origenes (einschließlich der Binnenbezüge innerhalb der Jeremia-Homilien) und besonders wertvoll das Verzeichnis der Namen und Sachen erschließen den Band.[5]  Der Band ist wieder so gut wie fehlerfrei und vom Verlag fadengeheftet in Leinen gebunden: beste Wertarbeit für ein Buch, das Generationen halten wird. Die Einführung (3-105) klärt neben den Einfüh­rungsfragen auch, welche The­men für Origenes in seinen Predigten zu Jeremias im Vorder­grund stehen. Eine Übersicht stellt zusammen: Nummer der Homilie, ist sie lateinisch übersetzt, welches Kapitel des Prophetenbuches behandelt sie? (12). Die 71 Fragmente in den Katenen (Zusammenstellung von längeren Zitaten aus den Kirchenvätern entsprechend der Reihenfolge des Bibeltextes für Predigten anlässlich der Lesung im Gottesdienst). Die Über­set­zung des Hieronymus bleibt recht nah am griechischen Text des Originals. Die Entdec­kung des Textes in der Neuzeit in Venedig und wie sie in die Bibliothek des Escorial kam. Unter den Themen hebt AF hervor (1) das Verhältnis zu den Juden: Origenes lebte seit langem in Caesarea an der Mittelmeerküste gut 100 km nord-westlich von Jeru­salem. Er ist überzeugt von der Substitutionsthese: Gott hat sein Volk verstoßen und hat aus den Heiden sein neues Gottesvolk erschaffen. Dies liest er bei Jeremia, wenn der über die Fehler seiner Mit-Juden klagt. Doch Jeremia verkündet auch Heils-Prophe­zeiungen. Diese rechnet Origenes aber nicht den gleichen Juden zu, die der Prophet anspricht, sondern teilt die positiven Prophe­zeiungen dem neuen Bundesvolk zu. Allerdings nicht im Ton des Triumphes, sondern das alte Israel sei ein warnendes Beispiel für die Christen; wenn sie sich nicht an Gott halten, drohe ihnen das gleiche Gericht Gottes. Beson­ders das Töpfergleichnis in Jer.18 ist ein passender Text. Leider können wir nicht lesen, wie Origenes Jer.31 ausgelegt hat, wo Gott seinem (alten) Volk den ‚neuen Bund‘ (berith; Testa­ment ist eine Fehlüber­setzung)[6] anbietet, den er in die Herzen schreiben wird, nicht mehr als Gebote auf steinerne Tafeln. Besonders interessant ist das, was AF zum alltäglichen Zusam­menleben erschließen kann aus einer Ausgrabung nicht weit von Caesarea entfernt (45-48).[7] Frauen und Witwen waren Sponsorinnen der christlichen Gemeinden.[8] Die Inschrift im Mosaik verwendet den gleichen Titel ‚Gott Jesus Christus‘ (θεῷ Ἰησοῦ Χριστῷ) wie Origenes Daraus erklären sich Origenes (des Junggesellen) wiederholte Kritik an Frauen und an ihrem Festhalten an ‚jüdi­schen‘ Essensgewohnheiten. Auch zu jüdischen Theologen hatte Origenes (vielleicht nur indirekt) Kontakt. Das wird an seiner Auslegung von Jeremia 20,7 deutlich: „Du hast mich getäuscht, Herr, und ich ließ mich täuschen. Ich bin zum Gespött geworden, jeden Tag werde ich fortwährend verhöhnt.“ Origenes konnte kaum Hebräisch; die Sprache seiner Gemeinde und seiner Predigten war Griechisch, auch nicht Aramäisch, das zur Zeit Jesu noch die gesprochen Sprache im Vorderen Orient war – neben einem Pidgin-Griechisch.[9]  Aber der zweite Teil des zitierten Verses steht nicht in der LXX.[10] – (2) Vom Schicksal des Propheten in einer zerstörten Stadt und gleichzeitig verachtet von seinem Publikum, das Prophetenschicksal kann Origenes empathisch nachvollziehen (hom 9-20; Einleitung 54-64). „In Jeremia (sieht) Origenes ein Vorbild für sein eigenes Wirken.“ (56). „Ständig wurde der Prophet vor Gericht gezerrt, beschimpft, verklagt und verleumdet“ (hom 14,2): weil „er die Wahrheit sagte“. Das kann er auf Christus übertragen, aber er bezieht das auch auf das Verhältnis zwischen ihm selbst und der Gemeinde. – (3) Schließlich ist ein durchgehendes Thema die Spannung zwischen menschlicher Selbstbestimmung und dem Vorsehungshandeln Gottes (64-87). Origenes legt als antiker Philosoph christlicher Zugehörigkeit großen Wert auf die Freiheit menschlicher Entscheidung – und Verantwor­tung für sein Tun. Da die Stoiker das Problem vorgestellt hatten: Wie passt menschliche Entscheidungsfreiheit zur Vorsehung Gottes,[11] antwortet Origenes darauf. Die Schlechtigkeit in der Welt beruht darauf, dass Menschen auch falsche Entscheidung treffen, sich vom Guten abwenden, antwortet Origenes in Übereinstimmung mit seinem Idol Platon, [12]  nicht an Gott (70 mit A. 317).[13] Ist aber nicht das Töpferorakel Jer 18 ein Gegenbeispiel: Gott wirft den missratenen Becher weg. Origenes setzt sich in hom 18 eingehend damit auseinander. Er fordert den Tonklumpen auf, auf sich selbst aufzupassen,[14] damit er nicht misslingt: hom 18,3 (S. 436f). AF betont dabei die Individualisierung auf das einzigartige Ich, statt des hebräischen Wir.[15] – (4) Aufregend ist das letzte Thema: ein cartesischer Betrüger-Gott? Anstoß nehmend an der oben zitierten Klage „Du hast mich getäuscht, Herr!“ Jer 20,7. Der Monotheismus, seit Platon Gott mit „das Gute“ identifiziert hat, kann sich nicht mehr darauf einlassen, dass Gott den Menschen täuscht (wie oft im Polytheismus die griechischen Götter). Origenes nimmt die Erklärung eines Kenners der jüdischen Interpretation der Stelle auf: Die Täuschung sei ein pädagogisches Mittel, als Umweg zur Wahrheit. Wie Minucius Felix in seinem Octavius (etwa zur gleichen Zeit) den gebildeten Heiden auf den Weg der christlichen Erkenntnis schubst, ohne den Namen Christi zu erwähnen,[16] so erklärt auch Origenes seine Strategie gegenüber Nichtchristen. Bei Gott hat die Täuschung, etwa, als Jona den Niniviten den Untergang nur ankündigt, aber nicht durchführt (Gott also den Unter­gang nur vortäuscht), den Zweck, diese zur Umkehr zu bewegen. Eben das macht Gott auch mit den Christen: Er droht mit der Hölle, mit ewiger Feuerqual, nicht um sie dann eintreten zu lassen, sondern um die Menschen auf den Weg des Guten zu bringen. So bringt Origenes mit der Hölle als Täuschung seine Idee zusammen, dass am Ende alle Menschen gerettet werden, die Apokatastasis.[17] Fürsts Lösung für diese sehr schwierige Frage, wie Höllenpredigt und Allversöhnung miteinander in Übereinstimmung zu bringen sind, ist neu und über­zeugend. Die Hölle ist vorübergehend, vielleicht eine Art Fegefeuer, aber sie ist nicht Gottes letztes Wort.

Wer eine andere Tradition des Christentums mit seiner negativen Anthropologie, strafendem Gott und Hölle, Selbsterniedrigung kennenlernen will: Hier ist ein führender Vertreter und in der Neuzeit viel zitiertes Vorbild für die (englische) Aufklärung wunderbar am Text ent­lang erklärt. Das lange Warten auf den Band hat sich gelohnt. Nicht nur eine hervorragende Überset­zung, ein vielfach verbesserten Text, sondern vor allem die Einleitung und der knappe, aber auf­schluss­reiche Kommentar machen diese Fortsetzung der Origenes-Werke zu einem Ereignis.

 

  1. März 2019 Christoph Auffarth
    Religionswissenschaft
    Universität Bremen

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[1] Die Septuginta und die Vetus latina enthalten einen erheblich (etwa 20%) kürzeren Text als die Hebrä­ische Bibel (MT), dazu Pierre-Maurice Bogaert: Jeremias. In: Siegfried Kreuzer (Hrsg.): Septuaginta Handbuch. Band 1. Gütersloher: GVH 2016, 577-595. Vonach (wie Anm. 10).

[2] Zwei Übersetzungen sind in der GCS [Griechische Christliche Schriftsteller der ersten drei Jahr­hunderte]-Reihe hrsg. W.A. Baehrens: GCS Orig. 8, 1925.

[3] Eine ausgezeichnete Zusammenfassung ist der Artikel Origenes von Alfons Fürst im Reallexikon für Antike und Christentum 26 (2014), 460-567. Den Namen des Herausgebers und Übersetzers kürze ich im Folgenden mit den Initialen ab. Über die umfassende Arbeit an Origenes und seiner Rezeption in der Neuzeit in der Reihe Adamantia findet man die Nachweise auf der Web-Seite https://www.uni-muenster.de/FB2/personen/altekg/fuerst.html (22.3.2019).

[4] Da der Text nur in einer Handschrift (und einer Abschrift davon) erhalten ist, und AF in einem textkritischen Apparat seine Veränderungen notiert, ersetzt diese Ausgabe die kritische Ausgabe von Erich Klostermann 1901 (GCS Orig.3), ed. P. Nautin ²1983, deren Sorgfalt AF dankbar benutzt.

[5] Wenn es eine Verbesserung gibt, dann dass bei den großen Lemmata unterteilt wird, wie etwa bei ‚Gott‘ geschehen. Bei 47 Stellen unter `Prophet‘ oder den 30 bei ‚Platon‘ würde die Suche erleichtert.

[6] Ernst Kutsch: Neues Testament – Neuer Bund? Eine Fehlübersetzung wird korrigiert. Neukirchen-Vluyn: Neukirchner 1978.

[7] Etwa wo die West-Ost-Straße von der Hafenstadt Caesarea aus auf die Nord-Süd-Straße des Jordantals trifft haben die Archäologen ein Römerlager und ein Dorf Kefar cOthnay ausgegraben, in dem ein christlicher Versammlungsraum stand. Das Mosaik auf dem Fußboden lobt die Stifterin eines (Abendmahl-)Tisches.

[8] Jan Bremmer: Why did Early Christianity Attract Upper-Class Women? [1989; wieder in:] JB: Maidens, Magic and Martyrs in Early Christianity. Collected Essays I. Tübingen: Mohr 2017, 33-42. Christoph Markschies: Was lernen wir über das frühe Christentum aus der Archäologie des Heiligen Landes? Zeitschrift für Antikes Christentum 11(2008), 421-447, hier 432-442. Markschies datiert die ‚Kirche‘ erst nach der konstantinischen Wende und dem Ende der Christenverfolgungen (nach 313), während die Ausgräberin Leah di Segni und der Ausgräber Yotam Tepper hundert Jahre früher ansetzten, also zur Zeit des Origenes. – Der Befund ist auch im Zusammenhang mit der immer behaupteten Ablehnung des Krieges durch das frühe Christentum interessant: Der christliche Versammlungssaal ist Teil eines Gebäudes des römischen Militärs.

[9] Zur Sprache s. Septuaginta-Handbuch, Band 3. Eberhard Bons; Jan Joosten (Hrsg.):  Die Sprache der Septuaginta. (Handbuch zur Septuaginta Band 3) [LXX-H 3] Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus [2016]. Meine Rezension in: http://blogs.rpi-virtuell.de/buchempfehlungen/2017/08/24/die-sprache-der-septuaginta/ (24.8.2017). – Pidgin meint eine Sprache, die zur Verständigung auf das einfachste Niveau reduziert ist. Das Griechische des Neuen Testaments und die im hellenistischen Mittelmeerraum gesprochene Koinè (‚die Gemeinsame‘) ist schon eine Stufe höher. Origenes dagegen spricht und seine Zuhörer verstehen Attisch, das klassische Griechisch, das besonders im ägyptisch-griechischen Alexandria gepflegt wurde, wo Origenes geboren war und lange gelebt hatte.

[10] Septuaginta Deutsch zu Jeremias 20,7-18. Erläuterungen, Band 2 (2011), 2769f (Andreas Vonach).

[11] Mit dem berühmten Gleichnis: ein Hündchen ist angebunden an den Wagen der Vorsehung. Es kann sich dagegen stemmen und bekommt blutige Pfoten. Es kann aber auch fröhlich nebenher traben. Also sich frei entscheiden und damit gleichzeitig Gottes Willen erfüllen, ist das beste. – Nur, da der Stoiker nichts falsch macht, braucht er auch nicht zu beichten oder zu büßen.

[12] Jesja-Homilien 2009 http://blogs.rpi-virtuell.de/buchempfehlungen/2010/04/27/origenes-die-homilien-zum-buch-jesaja-herausgegeben-von-alfons-furst-und-christoph-markschies/   (27. April 2010). Kommentierung des Buches Genesis. Hrsg. von Karin Metzler 2010, in: http://blogs.rpi-virtuell.de/buchempfehlungen/2010/12/05/origenes-die-kommentierung-des-buches-genesis-band-12-von-karin-metzler/ (5. Dezember 2010) – Aufforderung zum Martyrium. 2010. Origenes: Werke (OWD), Band 22. in: http://blogs.rpi-virtuell.de/buchempfehlungen/2010/12/29/231/  (29. Dezember 2010). – Homilien zum Ersten Buch Samuel. (Origenes Werke Deutsch OWD 7) 2014. http://buchempfehlungen.blogs.rpi-virtuell.net/2014/11/20/origenes-die-homilien-zum-ersten-buch-samuel/ (20.11.2014). – Wozu und wie beten? Origenes erklärt. Origenes: Über das Gebet. Eingeleitet und übersetzt von Maria-Barbara von Stritzky (Origenes Werke Deutsch OWD 21) Freiburg im Breisgau: Herder 2014, in: http://blogs.rpi-virtuell.de/buchempfehlungen/2016/04/22/origenes-ueber-das-gebet/ (22.4.2016).Verlangen nach der Geliebten und Sehnsucht nach Gott: Origenes legt das Hohelied aus. Origenes, Das Hohelied. Kommentar. (OWD 9/1) 2016. Das Hohelied. Homilien, Fragmente. (OWD 9/2) 2016. http://blogs.rpi-virtuell.de/buchempfehlungen/2017/03/27/origines-kommentar-zum-hohelied/ (27.3.2017). 

[13] Scharf urteilt AF über eine Forschungsrichtung, die Origenes Widersprüche vorwirft 78 A. 352.

[14] AF meint 79, 362, Foucault hätte für sein Le souci de soi [Sorge um sich selbst]. Gallimard, Paris 1984 als dritter Band von Sexualität und Wahrheit bei Origenes reiches Material gefunden.

[15] Die Taufformel „Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen, Du bist mein!“ meint bei Jesaja 43,1 das Volk Israel, nicht den individuellen Säugling, der im Ritual gerade seinen Namen bekommt.

[16] Zum Octavius meine Rezension: Streit unter Freunden über die Wahrheit und die Religion – als das Christentum sich entwickelte. Christoph Schubert: Minucius Felix, Octavius. 2014, in: http://buchempfehlungen.blogs.rpi-virtuell.net/2016/03/21/schubert-minucius-felix-octavius/ (21.3.2016).

[17] Die Stellen, an denen Origenes die Erlösung aller, sogar des Teufels erklärt, S. 77f Anm. 351.

 

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