Handbuch der Religionen (HdR): Kontinuierlich wachsende Printausgabe und Online-Zugänge

Trotz starker Digitalisierung in der Kultur des Buches ziehen es immer noch viele vor, sich Material auf der ‚ÄúPapierbasis‚ÄĚ zu besorgen.
Dazu geh√∂rt seit 1997 das von dem Religionswissenschaftler  Udo Tworuschka und dem Historiker Michael Kl√∂cker im Olzog-Verlag M√ľnchen herausgegebene
HANDBUCH DER RELIGIONEN (HdR)
Zugang zur Printausgabe: hier

Viele Spezialisten und f√ľr die einzelnen Themenfelder zust√§ndige Fachgebietsleiter haben dieses Handbuch im Ringformat mit j√§hrlichen Erg√§nzungslieferungen zu einem vierb√§ndigen Werk anwachsen lassen. Inzwischen finden sich in den Ordnern mit inzwischen 37 Erg√§nzungsliefeungen √ľber 4500 Seiten Text (!).
Hier wurde also ein umfassendes Lexikon der Religionen entwickelt.  Es erm√∂glicht einen umfangreichen √úberblick √ľber die Geschichte und Gegenwart der verschiedenen religi√∂sen Traditionen und Str√∂mungen in Deutschland.  Das macht allerdings die √úbersicht und schnelle Auffindbarkeit bestimmter einzelner Themen nicht immer leicht.

Das Gesamtinhaltsverzeichnis bietet darum eine erste √úbersicht.
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Weiterhin k√∂nnen √ľber eine Suchmaske nun alle Artikel als Volltextsuche
(einige kostenlos, die meisten gegen geringe Geb√ľhr) online abgerufen und heruntergeladen werden:
Online-Zugang zum HdR

Dieses umfassende Werk zu den Konfessionen und Religionen  im deutschsprachigen Raum hat mit seinen Grundsatzbeitr√§gen eine religionswissenschaftliche Basis gelegt. Mit den Aktualisierungen zu religi√∂sen Entwicklungen und Ver√§nderungen d√ľrfte es f√ľr die Recherche von Fachleuten und Interessierten aus allen gesellschaftlichen Bereichen ausgezeichnet recherchierte Zug√§nge f√ľr eine sachkompetente Orientierung bieten.

 

 

√Ėkonomie und Moral

1013-Sedlacek_U1_RZ.inddTom√°s Sedl√°ńćek: Die √Ėkonomie von Gut und B√∂se.

Aus dem Englischen von Ingrid Pro√ü-Gill. M√ľnchen:¬† Carl Hanser Verlag 2012. 448 S.
ISBN 978-3-446-42823-2, auch als E-Book erhältlich-

Das Buch ist eine Geschichte des √∂konomischen Denkens und fordert angesichts der modernen √Ėkonomie mit ihrer Mathematisierung eine (R√ľck-)Besinnung auf die Ethik und Moral der √Ėkonomie. Der Autor demonstriert, dass die √Ėkonomie als eine ethisch begr√ľndete, d.h. als eine moralische Wissenschaft lesenswert ist, und zwar durch 5000 Jahre Wirtschaftsgeschichte. Als Lehrer an einer der √§ltesten europ√§ischen Universit√§ten in Prag (die √Ėkonomie war damals Teildisziplin der Theologie) pr√§sentiert er effektiv altes Wissen: ¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†

“In der √Ėkonomie geht es um Gut und B√∂se. Es geht um Menschen, die Menschen Geschichten √ľber andere Menschen erz√§hlen. Selbst das ausgefeilteste mathematische Modell ist eine Parabel, eine Geschichte, mit der wir die Welt um uns herum zu begreifen versuchen.” ¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† ¬†

Im Buch werden beachtliche Denkanstöße zur Geschichte gegeben. Es ist verständlich geschrieben sowie ohne ökonomisches Vorwissen gut lesbar. Die Gliederung besteht aus zwei Teilen:

  • Teil I: ¬†√Ėkonomie in fr√ľheren Zeiten
  • Teil II: Blasphemische Gedanken

Weitere Besprechung: hier
                                                                                 Eckhard Freyer

Creative Commons-Lizenz

 

Religiöse Erziehung als Kooperationsaufgabe von Christen und Muslimen

Rz-Graf-Ucar-BildungPeter Graf / B√ľlent Ucar (Hg.):
Religiöse Bildung im Dialog zwischen Christen und Muslimen.

Interreligiöser Dialog in gesellschaftlicher Verantwortung Band 1.
Stuttgart: Kohlhammer 2011, 259 S. — ISBN 978-3-17-022033-1 —

In diesem Band, von zwei renommierten, interkulturell orientierten Religionsp√§dagogen der Universit√§t Osnabr√ľck herausgegeben, Peter Graf (christlich) und B√ľlent Ucar (islamisch),¬† kommen Vertreter der drei monotheistischen Religionen zu Worte. Sie sind seit vielen Jahren im interreligi√∂sen Dialog¬† wissenschaftlich und praktisch engagiert.

Zielsetzungen im interreligi√∂sen Dialog, zum islamischen Religionsunterricht, zur Imam-Ausbildung und im Blick auf die islamische Theologie in Deutschland werden genauer von verschiedenen Autoren untersucht. Grunds√§tzliche √úberlegungen und Strukturelles werden anvisiert und m√∂gliche L√∂sungsans√§tze zum Studium der islamischen Theologie in Deutschland f√ľr k√ľnftige Imame und Religionslehrer/innen werden vorgeschlagen.

Ausf√ľhrliche Besprechung hier¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† Reinhard Kirste

Creative Commons-LizenzRz-Graf-Ucar-Bildung, 07.04.13    

 

Meister Eckhart – Philosophische Perspektiven und mystische Erkenntnis

Rz-Meister-Eckhart-Jahrbuch-11Meister-Eckhart-Jahrbuch 5 / 2011. (Rolf Schönberger und Stephan Grotz, Hg.):
Wie denkt der Meister? Philosophische Zugänge zu Meister Eckhart.

Stuttgart: Kohlhammer 2012, 198 S., mehrere ausf√ľhrliche Register
— ISBN 978-3-17-022016-4 —

Mit dem Meister-Eckhart-Jahrbuch pr√§sentiert die Meister-Eckhart-Gesellschaft die Ergebnisse ihrer Tagungen und wissenschaftlichen Forschungen nicht nur ihren Mitgliedern, sondern insgesamt einer an mittelalterlicher Mystik interessierten √Ėffentlichkeit. In diesem Jahrbuch werden besonders die philosophisch-interdisziplin√§ren Grenzg√§ngen Meister Eckharts Jahrbuch 5/2011 vorgestellt: Wie denkt der Meister?

Im Vorwort gehen die Herausgeber auf Desiderate der Eckhart-Forschung ein: ‚ÄěNoch unzul√§nglich sind ‚Ķ diejenigen Fragen gestellt und bew√§ltigt, die seine [Meister Eckharts] Denkweise betreffen und die f√ľr sie kennzeichnende Form ins Auge fassen ‚Ķ Wie verlaufen die Denkoperationen, die f√ľr ihn typisch sind, die ihn einerseits zu einer bedeutenden Gestalt des Neuplatonismus machen und ihm doch ein ganz eigenes Gepr√§ge geben?‚Äú (S. X). as vorliegende Jahrbuch versucht, diese L√ľcke zu f√ľllen.

Eine Reihe kompetenter Fachleute Meister Eckhart als eigenst√§ndigen Denker des christlichen Selbstbewusstseins vor. Das gilt besonders f√ľr seine ungew√∂hnlichen Auslegungswege gerade biblischer Texte hin auf die Erkenntnis der wahren Quelle: Christus.¬† In der “Sohnwerdung” des Menschen wird dieser mit Christus “eins”.

Es ist nicht ganz leicht, das “wahre Selbst” und sein nicht-dualistisches, d.h. sein All-Einheits-Denken bei Meister Eckhart zu erfassen. Wirkungsgeschichtlich und interreligi√∂s grenz√ľberschreitend steht ‚Äěder Meister‚Äú in der arabisch-philosophischen Aristoteles-Rezeption, die √ľbrigens der j√ľdische Philosoph Maimonides herausragend repr√§sentiert.

Wer sich intensiver mit dem philosophischen und theologischen Denkens Meister Eckharts, seiner geistig-verwandten Vorl√§ufer, Zeitgenossen und Nachfolger befassen will, wird mit diesem Jahrbuch bestens weitergef√ľhrt.

Reinhard Kirste

Creative Commons-Lizenz

Rz-Meister-Eckhart-Jahrbuch-11, 09.01.13

Buch des Monats Januar 2013: Paul F. Knitter РDialogische Theologie und interreligiöses Christsein

KnitterWithout Buddha I Could not be a Christian.
Oxford (UK): OneWorld 2009, XVII, 214 S., Index
— ISBN 978-1-85168-673-5 —
Deutsch: Ohne Buddha wäre ich kein Christ.
Aus dem Englischen von Gerlinde Baumann. Freiburg u.a.: Herder 2012, 360 S. — ISBN 978-3-451-30278-7 —

Der katholische Theologe Paul F. Knitter (geb. 1939) aus den USA geh√∂rt seit vielen Jahren zu den Promotoren interreligi√∂ser Begegnung. Seine innere Verbindung mit der religionspluralistischen Theologie hat ihn nicht nur zu einem Wegbereiter des Dialogs im Sinne der Gleichwertigkeit (nicht Gleichartigkeit) der Religionen gemacht, sondern er hat in der Debatte um die Religionsphilosophie und religionspluralistische Theologie von John Hick zudem den Gedanken der ‚ÄěGerechtigkeit‚Äú konsequent einbezogen. Dazu hat ihn besonders sein Engagement im Zusammenhang der gesellschaftlichen Umbr√ľche in Lateinamerika gef√ľhrt. Er hat so das eigene Christsein in doppelter Weise erweitert  ‚Äď in theologischer Theorie wie in spiritueller und politischer Praxis.

In dem vorliegenden Buch, das nun auch in Deutsch verf√ľgbar ist, schiebt sich ein weiterer wesentlicher Gesichtspunkt in den Vordergrund, der der christlichen Identit√§t. Nachdem er schon l√§nger der christlichen Superiorit√§t als Heilsweg eine Absage erteilt hat, l√§sst er sich intensiviert auf ein Verstehen des eigenen Glaubens aus der Perspektive anderer Religionen ein. Dies f√ľhrt bis zu der in diesem Buch bilanzierten Konsequenz: ‚ÄěWithout Buddha I Could not be Christian‚Äú Die deutsche √úbersetzung des Titels wird manchem etwas synkretistisch erscheinen: ‚ÄěOhne Buddha w√§re ich kein Christ‚Äú. Aber darum geht es Knitter nicht, vielmehr darum, dass sich christliche Identit√§t heute nicht mehr ohne die anderen Religionen sagen l√§sst. F√ľr ihn hat dabei die Begegnung mit dem Buddhismus den Ausschlag gegeben. Knitter hat auch die pers√∂nliche Konsequenz gezogen und ‚ÄěZuflucht zum Buddha‚Äú genommen. Damit bringt er noch einmal zum Ausdruck wie eng sich sein Christsein inzwischen mit dem Buddhismus verbindet.

Sowohl f√ľr die interreligi√∂se Begegnung wie f√ľr die religionstheologischen Debatten und die Notwendigkeit des interreligi√∂sen Lernens ist dies darum ein unverzichtbares Buch. Hier werden zwei Besprechungen vorgestellt: Die eine geht mehr den religionstheologischen Zusammenh√§ngen nach, die andere den M√∂glichkeiten, aus einer solchen Konzeption das interreligi√∂se Lernen zu bereichern.

Achim Riggert / Reinhard Kirste:
Theologische Grenz√ľberschreitungen und interreligi√∂se Lernbewegungen 

√Ąltere Buchbesprechungen von B√ľchern Paul Knitters in RIG 5 (1998) mit Erg√§nzungen bis 2005

 In der Reihe “Religionen im Gespr√§ch” (RIG) erschienene Beitr√§ge von Paul Knitter

 

                                                                                                                                                                    Rz-Knitter-Buddha-Christus-Einl, 31.12.12

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Spirituelle Oase im Shopping-Center Sihlcity, Z√ľrich

Jakob Vetsch: Neunundneunzig Rastworte aus Sihlcity. Edition Occidente.          
M√ľnchen: Books Ex Oriente 2012, 132 S., Abb. — ISBN 978-3-9815153-2-9

Der seit 1999 existierende kleine Verlag ‚ÄěBooks Ex Oriente‚Äú in M√ľnchen hat im Jahre 2009 damit begonnen, Schriften und Werke zu Kultur, Religion und Philosophie des Orients herauszubringen. Axel Monte, der Verlagsleiter und zugleich Herausgeber verga√ü dabei nicht, den Westen mit der ‚ÄěEdition Occidente‚Äú in den Blick zu nehmen.
Eine kleine Besonderheit in diesem Rahmen ist das j√ľngst erschienene B√§ndchen, das einen spirituellen Einblick nach Sihlcity erm√∂glicht. Kaum eine/r au√üerhalb Z√ľrichs wird viel √ľber diesen Ort wissen, der auf einem Gel√§nde der ehemaligen Papierfabrik Sihl als Shopping- und Wellness-Zentrum entstand
— Internet:
http://sihlcity.ch/de/

Hier befindet sich neben dem alten Schornstein auch ein spiritueller Ort, ein Rastplatz f√ľr die hastende Seele, eine interreligi√∂s offene Citykirche
(Internet:
http://www.sihlcity-kirche.ch/).

Der dort seit 2007 wirkende Pfarrer, der Autor dieses B√§ndchens, hat sich noch etwas Besonderes zum Lesen in der Kapelle einfallen lassen: Rastworte der Woche ‚Äď ein Spruch und eine kurze aktualisierende Auslegung dazu.
Man kann sich diese Gedankensplitter mit nach Hause nehmen. Sie sind als PDF-Datei auch im Internet abrufbar:
http://www.sihlcity-kirche.ch/index.php?option=com_content&task=view&id=12&Itemid=26

Was das Team um den Pfarrer Jakob Vetsch bewegt, kommt in einem Gespr√§ch zum Vorschein, das der Herausgeber Axel Monte mit dem Pfarrer in der Spannbreite von Konsum, religi√∂ser Pluralit√§t und Spiritualit√§t f√ľhrte. Die Kirche war ‚Äď so erz√§hlt die Bibel ‚Äď ‚Äěschon immer an den Wegen und M√§rkten‚Äú (S. 125). Deswegen stellt sich das kirchliche Angebot als ‚Äěkleines, reales Modell des Friedens unter den Religionen‚Äú im Sinne von Hans K√ľng vor (S. 126).

√úbrigens: das hier besprochene Buch wird in Sihlcity am 15.10.2012 vorgestellt.

Die aus der F√ľlle der Rastworte ausgew√§hlten Texte zusammen mit einem Blick auf die Homepage der Sihlcity-Kirche signalisieren sehr deutlich: Hier ist ein besonderer spiritueller Ort im Getriebe von Kauf und Verkauf entstanden, ein kontemplativer Lernort der besonderen Art. Es lohnt sich, dort zu verweilen.

— Weitere Informationen zum Verlag ‚ÄěBooks Ex Oriente‚Äú: http://www.books-ex-oriente.com/index.html          
— Besprechung der Heftreihen “Ex Oriente” und “Ex Occidente”:          
     http://www.rpi-virtuell.net/workspace/24686AD5-936C-476D-9EA0-65E2968590C8/rezensionen/rz-monte.pdf

Ausf√ľhrliche Rezension: hier

Reinhard Kirste

Rz-Vetsch-Sihlcity, 07.10.2012

 

 

Stéphane Hessel: Empörung РEngagement РFriedensaufruf

Der 93j√§hrige St√©phane Hessel hatte 2010 mit seinem Essay ‚ÄúEmp√∂rt Euch!‚ÄĚ in Frankreich eine machtvolle Diskussion entfacht, weil er mit intellektueller Sch√§rfe den Verrat von demokratisch-freiheitlichen Grundwerten und gesellschaftliche Ausgrenzung einzelner Gruppen als zunehmend skandal√∂s empfindet:

Stéphane Hessel: Empört Euch!
Aus dem Französischen von Michael Kogon.
Berlin: Ullstein 2011, 2. Aufl.

‚ÄĒ Rezension hier ‚ÄĒ

 

Man hat zu St√©phane Hessel gesagt: ‚ÄúEmp√∂rung reicht nicht, wo bleibt das Engagement?‚ÄĚ Der Mitverfasser der Allgemeinen Erkl√§rung der Menschenrechte‚ÄĚ von 1948 legte nach. Im M√§rz erschien in Frankreich: ‚ÄúEngagez-vous!‚ÄĚ

Die  deutsche Ausgabe erschien im Juli 2011:
                  Engagiert Euch! 

Die Berliner Zeitung hatte nach dem Erscheinen in Frankreich am 17.03.2011 anerkennend geschrieben, wie eindrucksvoll der Autor Empörung in Engagement umzuwandeln vermag: 
Rezension hier

In der schon erw√§hnten knappen, aber nicht minder pr√§zisen Art erschien im Fr√ľhjahr 2012 ein weiteres B√§ndchen, das ein Gespr√§ch von St√©phane Hessel mit dem Dalai Lama √ľber die Notwendigkeit des friedlichen Zusammenlebens bringt. In einer “Kartografie des Geistes” entsteht, wie das menschliche Bewusstsein voranschreiten kann und sich dadurch gleicherma√üen s√§kular und religi√∂s der Frieden voranbringen l√§sst.

Es w√§re gut auf diese gestandenen “Friedensarbeiter” zu h√∂ren, wie sie um der Menschenrechte willen rufen:¬†


Declarons la paix! Wir erklären den Frieden!

 Dalai-Lama / Stéphane Hessel: Déclarons la paix!
Pour un progr√®s de l’esprit.
Barcelone: Indigène 2012, 46 S.

Eine deutsche √úbersetzung ist in Vorbereitung.

 

 

Buch des Monats September 2012: Jenseits von Himmel und Hölle

John Shelby Spong: Jenseits von Himmel und H√∂lle. Eine neue Vision vom ewigen Leben. Aus dem Amerikanischen √ľbersetzt von Gerhard Klein.

Ostfildern: Patmos 2011, 221 S.¬† — ISBN 978-8436-0028-6¬†

Ausf√ľhrliche Besprechung: hier

Kurzrezension
Der Autor dieses Buches, John Shelby Spong (geb. 1931), emeritierter anglikanischer Bischof, geh√∂rt zu den bekanntesten religi√∂sen Autoren der USA. In seinen B√ľchern vertritt er mutige Thesen f√ľr ein erneuertes und gegenw√§rtiges Christentum jenseits des bisherigen Christentums.1 Spong versucht, eine postmoderne Weltsicht mit einem Glauben zu verbinden, der die Naturwissenschaft ebenso wie wichtige bibelexegetische Erkenntnisse ernst nimmt. F√ľr das praktische Leben m√ľssen diese auch ethisch im Sinne des Engagements f√ľr die Ausgegrenzten umgesetzt werden.

Als alter Mann, der nun sein letztes Buch ver√∂ffentlicht, ist ihm klar geworden, dass er dies nur als pers√∂nliche Beschreibung darlegen kann und nicht als christliche Theorie √ľber Himmel und H√∂lle. Im Bedenken seiner eigenen Biografie untersucht Spong genauer sein zunehmendes religi√∂ses Interesse, das bei ihm erhebliche Glaubensver√§nderungen bewirkte

Das den Autor lange pr√§gende externe Religionsverst√§ndnis einer ‚ÄěGottheit √ľber uns‚Äú, m√∂chte er √ľberwinden zugunsten einer ‚ÄěGottheit in uns‚Äú (S. 128). Und so ist ‚Äědas G√∂ttliche, das wir immer suchten, eine Dimension des Menschlichen‚Äú (S. 138). Man merkt, dass sich Spong mystischen Sichtweisen ann√§hert. und letztlich ein Neuverst√§ndnis wahrhafter Dimension von Religion!¬†

Anm 1:¬† Rezension hier¬† zum Buch von J.Sh. Spong: Die S√ľnden der heiligen Schrift. Wie die Bibel zu lesen ist (2007)

                                                                                                                                                 Reinhard Kirste

 

 

Weltreligion Christentum Рökumenisches Lernen in der Oberstufe

Werner Trutwin: Weltreligionen ‚Äď Christentum. Arbeitsb√ľcher Sekundarstufe II.
Religion ‚Äď Ethik ‚Äď Philosophie.
M√ľnchen: Bayerischer Schulbuch Verlag (Patmos) 2012, 192 S. Abb. — ISBN 978-3-7627-0433-1
V√∂llige Neubearbeitung des bisherigen Heftes, das 1999 im Patmos-Verlag D√ľsseldorf erschien.

Mit diesem Band √ľber die Vielfalt des Christentums ist nun die neubearbeitete Reihe f√ľr die Sekundarstufe II ‚ÄěWeltreligionen‚Äú abgeschlossen.
Die bisherige B√§nde ‚Äď Judentum,Islam, Hinduismus und Buddhismus ‚Äď sind bereits unter ‚ÄěEin-Sichten‚Äú vorgestellt worden.

Der erfahrene Praktiker und Religionspädagoge Werner Trutwin behält auch bei diesem Arbeitsheft die gewählte Struktur zum Verständnis einer Religion bei, um damit zugleich eine gewisse Vergleichbarkeit im Blick auf die anderen Religionen zu ermöglichen.

Nach Anregungen f√ľr die unterrichtliche Arbeit im Kontext des Religionsunterrichts erw√§hnt Trutwin die ‚Äědirekten‚Äú Bezugsf√§cher ‚ÄěEthik‚Äú bzw. ‚ÄěPraktische Philosophie‚Äú. Er stellt dann einen klar strukturierten Kursunterricht in Religion vor.

Trutwin setzt gerade f√ľr die Schuke auf die positiven konfessions√∂kumenischen Erfahrungen. Zugleich wird die Begegnung der Religionen ‚Äěauf Augenh√∂he‚Äú gerade f√ľr die Zukunft als eine unausweichliche Notwendigkeit postuliert. Damit ist hier ein religions√∂kumenisch offenes ‚ÄěLehrbuch‚Äú entstanden, das man als Christentum-Materialbasis mit seiner didaktischen und methodischen Vielfalt f√ľr den katholischen, evangelischen und islamischen Religionsunterricht nur w√§rmstens empfehlen kann.

                                                                                                                                                    Reinhard Kirste
Rz-Trutwin-Christentum, 03.08.12

Sterben und Tod – ein Handbuch mit umfassender Orientierung

Héctor Wittwer, Daniel Schäfer, Andreas Frewer (Hg.): Sterben und Tod
Geschichte ‚Äď Theorie ‚Äď Ethik. Ein interdisziplin√§res Handbuch.
Unter Mitwirkung von Klaus Feldmann, Udo Tworuschka und Joachim Wittkowski.
Stuttgart/Weimar: J.B. Metzler 2010, IX, 389 S., 3 Tabellen, Personen- und Sachregister ‚Äď
ISBN 978-3-476-02230-1

Zum Kulturen und Zeiten √ľbergreifenden Themenbereich ‚ÄěSterben und Tod‚Äú liegt hier zum ersten Mal im deutschen Sprachraum ein systematisch aufgebautes, geradezu enzyklop√§disches Handbuch vor. Es ist ein wissenschaftlich umfassend aufbereitetes Werk, wie im Anhang die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats und die in ihrem jeweiligen Fachgebiet kompetenten Autoren beweisen. Es ist jedoch noch mehr: Ein Orientierungskompendium f√ľr all jene, die sich mit den Lebensfragen und Verhaltensweisen an der Grenze zum Tod und f√ľr ein m√∂gliches Danach intensiver befassen wollen.¬†

So werden zum Einen¬† wichtiger Schl√ľsselbegriffe und damit entscheidende Fragen aufgegriffen, z.B.: Wie sieht humanes Sterben aus? Wann ist ein Mensch wirklich tot? Welche Auswirkungen haben rechtliche Vorgaben gegen Ende und am Ende des Lebens? Warum gibt es Menschenopfer der unterschiedlichsten Art?

Zum Andern werden hier nicht nur die religi√∂s-kulturellen, medizinischen, psychologischen, ethnischen Zusammenh√§nge sowie der rasante Fortschritt in der Medizintechnik angesprochen, sondern auch die Ver√§nderung der Umgangsweisen mit Sterben und Tod zwischen Tabuisierung, Verdr√§ngung aus der √Ėffentlichkeit und Wiederaufbrechen einer neuen Sterbe- und Friedhofskultur.

Ausf√ľhrliche Rezension: hier